„Grenzen überwinden: Die Bodenreform“
1945 – „Stunde Null“ in Europa. Grenzen werden neu gezogen. Nach dem Sieg der Alliierten und der Beendigung der nationalsozialistischen Diktatur wird das zerstörte Deutschland in vier Besatzungszonen geteilt. Als neue Deutsche Ostgrenze wird die Oder-Neiße-Linie festgelegt, was die Vertreibung der Deutschen aus den östlichen Gebieten zur Folge hat.
In der sowjetischen Besatzungszone wird eine von langer Hand vorbereitete Bodenreform durchgeführt, die vorsieht, Großgrundbesitzer mit 100 Hektar und mehr entschädigungslos zu enteignen und das Land an die Vertriebenen aus den Ostgebieten zu verteilen. Wieder werden Grenzen neu gezogen, nur geht es diesmal um die Neuverteilung von privatem Land. Insgesamt werden so für ca. 2,62 Millionen Hektar Land neue Grenzen geschaffen. Am 31.5.1960, 15 Jahre nach der Umverteilung, gibt es in der DDR kein privates Nutzland mehr, das nicht durch die Kollektivierung einer Genossenschaft unterstellt ist. 1990 schließlich fällt der „eiserne Vorhang“ und damit die innerdeutsche Grenze. Doch die Grenzen der Bodenreform auf den Acker-, Weide- und Waldflächen bleiben.
In der letzten Zeit gab es in Brandenburg immer wieder Diskussionen, die den Umgang mit der Bodenreform und ihre Aufarbeitung nach der Wende betreffen. Das Thema ist also durchaus aktuell, was ein Grund dafür war, dass wir uns für dieses Thema entschieden haben. Zudem leben wir in Brandenburg und haben daher auch einen regionalen Bezug, was auch die Suche nach Zeitzeugen erleichtert hat. Außerdem war uns keine filmische Dokumentation bekannt, die sich ausschließlich mit der Bodenreform und der Kollektivierung in der DDR befasst. So kamen wir dem Vorschlag unseres Stellvertretenden Schulleiters Frank Kausch nach, zur Teilnahme am HISTORY-AWARD 2011 einen Dokumentarfilm zu diesem Thema zu erstellen.
Die allgemeinen geschichtlichen Hintergründe unserer Dokumentation konnten recht schnell recherchiert werden. Doch es stellte sich vor allem die Frage, wie es den einzelnen Menschen, die von dieser Bodenreform oder der folgenden Kollektivierung betroffen waren, ergangen war: den Enteigneten, den Vertriebenen, denen als Neubauern ein enteignetes Stück Land zugeteilt worden war, und den Alteingesessenen, die von außen auf die Ereignisse der Bodenreform schauen konnten, aber direkt in die Kollektivierung involviert waren.
Weil uns vor allem diese Frage interessierte, entschieden wir uns, unsere Dokumentation aus Zeitzeugeninterviews aufzubauen. Wir wollten möglichst viele Meinungen und Aussagen von Menschen sammeln, die die Ereignisse direkt miterlebt haben oder von ihnen berichten können. Dabei legten wir besonders Wert darauf, dass verschiedene Menschen aus möglichst verschiedenen Umfeldern und mit jeweils anderen Erlebnissen zu Wort kommen sollten, um am Ende ein differenziertes Gesamtbild entstehen zu lassen.
Die Suche nach gesprächsbereiten Zeitzeugen ging größtenteils über Verwandte und Bekannte der Mitglieder unserer Gruppe vonstatten und es zeigte sich, dass es in der Region noch viele Menschen gibt, die sich zu der Zeit der Bodenreform äußern können bzw. wollen. Schließlich führten wir sechs Interviews.
Tatsächlich waren die Hintergründe der Gesprächspartner sehr unterschiedlich: Siegfried Schust, der sich als Regionalhistoriker im Heimatverein von Königs Wusterhausen engagiert, war lange Zeit Lehrer in der Region und stellt die historischen Ereignisse der Bodenreform und der Kollektivierung dar. Hans-Georg von der Marwitz, der das Gut seines Großvaters in Friedersdorf (Vierlinden), das diesem bei der Bodenreform enteignet wurde, nach der Wende zurückgekauft hat, stellt die Position der Enteigneten dar und hat zudem einen engen Bezug zur Entschädigungsproblematik nach der Wende. Weiterhin die ehemaligen Landwirte Karl Eggert, Albert Mudrich und Friedrich-Wilhelm Lorenz und schließlich Dietrich Kundoch, der als Vertriebener nach Brandenburg kam, Neubauer und später LPG-Vorsitzender wurde.
Wir erfuhren viel Neues von den Zeitzeugen, was sich bei einer bloßen Recherche mit Textquellen niemals hätte erschließen können. Die Interviewten machten unterschiedliche oder auch ähnliche Aussagen, was den Nutzen und besonders die Vertretbarkeit der Bodenreform und der Kollektivierung betrifft.
Dabei war vor allem die Frage wichtig, ob der Zweck die Mittel heiligt, d. h., ob es gerechtfertigt war, die Großgrundbesitzer entschädigungslos zu enteignen, um den Vertriebenen als Neubauern eine Existenz zu sichern und wie diese Enteignung vonstatten ging und ob es gerechtfertigt war, das Land erst neu zu verteilen, nur um es kurz darauf wieder zu Genossenschaften zusammenzuführen. Aufgrund des derzeitigen Konsenses war es natürlich auch interessant zu erfahren, wie die verschiedenen Menschen zu dem Umgang mit dem Thema nach der Wende stehen.
Die verschiedenen Einzelschicksale, Anekdoten und Wertungen ergeben einen Gesamteindruck, den wir in dem Film, gekoppelt mit allgemeinen historischen Hintergründen, versuchen zu vermitteln. Am Ende wollen wir den Zuschauer selbst entscheiden lassen, wie er sich zu diesem Thema positioniert und mit welchen Aussagen der Zeitzeugen er sich am besten identifizieren kann.
Unser Film ist in sechs Akte untergliedert, wobei wir chronologisch vorgegangen sind und jeweils zum Abschnitt passende Aussagen unserer Zeitzeugen zusammengeschnitten haben, die mit Sprechertexten verbunden sind. Der Schlussteil widmet sich der Bewertung durch die einzelnen Zeitzeugen.
Um die Zeitbegrenzung nicht zu überschreiten und Doppellungen von Aussagen zu vermeiden, musste sehr viel Videomaterial gefiltert werden und dadurch vielleicht auch einiges, das interessant gewesen wäre, aus dem fertigen Film herausgenommen werden. Wir wollten uns jedoch auf das Wesentliche beschränken, damit am Ende ein Überblick über das Thema entstand, der es von allen Seiten beleuchtet und das nötige Wissen vermitteln soll, was ja schließlich das Ziel einer Dokumentation ist.
Die Teilnehmer 2012:
Schulzentrum Geschwister Scholl
Lerngruppe 4 (Jahrganggsstufe 10)
Bremerhaven
Das Moor
Max-Steenbeck-Gymnasium
Klasse 11
Cottbus
48
Marie-Curie Mittelschule
Klasse 9a
Dohna
Deutschland und die Umwelt
Humboldt-Gymnasium
AG Geschichte (Jahrgangsstufe 8)
Eichwalde
Das Oderbruch - Ein dem Wasser abgerungener Lebensraum
Maria-Wächtler-Gymnasium
Klsase 9d
Essen
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Gymnasium Essen-Überruhr
Zusatzkurs Geschichte (Jahrgangsstufe 13)
Essen
Mission Impossible? Reiner McClean im Kampf für ein sauberes Lernklima
Johanneum Gymnasium
Geschichts-AG (Jahrgangsstufe 9-13)
Herborn
„Bitterfeld ist die schmutzigste Stadt Europas!“?
Stephanusschule
Wahlpflichtkurs Geschichte und Medien (Jahrgangsstufe 7-10)
Krefeld
Das Eiserne Ross - Die Entwicklung des Krefelder Stadtteils Oppum durch die Eisenbahn
Trave-Gemeinschaftsschule
Klasse 7e
Lübeck
Das Referat
Freiherr-vom-Stein-Gymnasium
Klasse 9
Lünen
1916 bis 2012 und weiter: Aurubis - Eine Umwelt-Staubschleuder?
Fürstenbergschule
Klasse 8a und Klasse 8b
Münster
Die dicken Pötte werden kommen - Kanalausbau in Münster
Immanuel-Kant-Gymnasium
Klasse 11
Münster
„Nie wieder steig' ich himmelan!“ - Die Auswirkungen der Waldschadensdebatte auf die Umweltpolitik in der Bundesrepublik Deutschland
Albert-Einstein-Gymnasium
Klasse 7e
Neubrandenburg
Jahresversammlung der Borkenkäfer am AEG
Astrid-Lindgren-Schule
Klasse 4a
Niestetal
Klimawandel - Eine kurze Geschichte
Johannes-Brahms-Schule (Gruppe 1)
Klasse 11e
Pinneberg
Die pflanzliche Zukunft in Deutschland
Johannes-Brahms-Schule (Gruppe 2)
Klasse 11e
Pinneberg
Umwelthauptstadt Hamburg 2011 und in der Zukunft!?
Johannes-Brahms-Schule (Gruppe 3)
Klasse 11e
Pinneberg
Historisch und kulturell bedingte Sichtweisen zum Klimaschutz und Klimawandel
Papst-Johannes XXIII.-Schule
Klasse 12a
Pulheim
Eine Zeitreise
Gustav-von-Schlör Schule
BOS 11 Vorklasse
Weiden
Erdöl
Oberlinschule Volmarstein
Basisgruppe der Unterstufe (Jahrgangsstufe 1-4)
Wetter/Ruhr
Wasser, Luft und Erde - Kinder erleben die Schöpfungsgeschichte