Gesamtschule Deidesheim-Wachenheim

„Grenzen überwinden: Der Naturforscher Philipp Fauth“

Wir sind sieben SchülerInnen der Gesamtschule Deidesheim-Wachenheim, die sich im Rahmen der AG „Forscher“ intensiv mit den Naturforscher Philipp Fauth beschäftigt haben.


Zunächst überlegten wir, welche Bedeutung das Wort „Grenzen“ für uns hat. Was sind Grenzen? Dies ist eine einfache Frage, die nur schwer zu beantworten ist. Wir haben festgestellt, dass es verschiedene Arten von Grenzen gibt, zum Beispiel geografische und kulturelle Grenzen zwischen Ländern und Städten sowie soziale und sprachliche Grenzen innerhalb der Gesellschaft. Grenzen definieren ein Gebiet und sie grenzen ein Gebiet von einem anderen ab. Nach reiflicher Überlegung einigten wir uns darauf, dass wir als „Grenz“- Thema uns den Grenzen der Wissenschaften widmen wollten. Zunächst suchten wir nach einem in unserer Region bekannten Wissenschaftler. Von Herrn Dr. Laska erhielten wir den Tipp, dass wir uns dem Leben und Wirken des pfälzischen Naturforschers Philipp Fauth (1867-1941) widmen könnten.  


In Fauths Geburtsstadt Bad Dürkheim suchten wir nach Hinweisen und fanden dort eine nach ihm benannte Straße. Im Stadtarchiv konnten wir nach intensiver Suche einige interessante Archivalien entdecken. Aus Briefen, Zeitungsartikeln und naturwissenschaftlichen Aufsätzen erfuhren wir, dass Philipp Fauth von Beruf Volksschulehrer war, sich an der Planung und am Bau zahlreicher Sternwarten beteiligte, Beobachtungsgeräte konstruierte, einen Globus im Maßstab 1: 10 000 000 baute, eine Theorie zur Entstehung des Kosmos verbreitete und aufgrund eigener Mondbeobachtungen eine fast detailgetreue Mondkarte zeichnete und veröffentlichte. Die Mondkarte sollte sich im Dürkheimer Pfalzmuseum für Naturkunde befinden. In diesem Museum haben wir uns mit dem Spezialisten Herrn Dr. Boudier getroffen, der sich seit längerer Zeit mit Fauths Leben beschäftigt. Gemeinsam mit ihm untersuchten wir Fauths Mondkarte, die aus ungefähr 25 Einzelteilen besteht. Erstaunt waren wir über die vielen Detailzeichnungen. Neu war uns der Begriff der Glacialkosmogonie (Hagelbildung), worüber Fauth ein Buch veröffentlichte. Diese Theorie fand zwar viele Anhänger, wurde aber bereits zu Lebzeiten Fauths widerlegt. Eine Schattenseite seines Wirkens bildete die Zusammenarbeit mit dem Ahnenerbe der NSDAP. Von dieser Vereinigung soll er sogar den Titel eines Professors erhalten haben. Unbestritten bleiben seine Leistungen in der Karthografie des Mondes. Er war ein Grenzgänger der Wissenschaft und kam wohl selbst oft an seine persönlichen Grenzen.  

 
Unser Forscherprojekt schlossen wir mit einem Interview zu Philipp Fauth in der Bad Dürkheimer Innenstadt ab. Wir mussten feststellen, dass er nur ganz wenigen Leuten bekannt war. Meistens kannte man nur die nach ihm benannte Philipp-Fauth-Straße. Am Interview nahmen 21 Personen teil. Abschließend lässt sich anmerken, dass wir Philipp Fauth als Genie und Fantast kennengelernt haben.


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