Theodor-Heuss-Gymnasium – Essen

„Grenzen überwinden: Grenzgänger“

In unserer und der globalen Geschichte kann man immer wieder Persönlichkeiten finden, die durch Grenzaktionen Bekanntheit erlangten. Die Anzahl der zu überschreitenden Grenzen ist groß, jedoch gibt es nur wenige, die den ersten Schritt wagen bzw. wagten. Wir bezogen uns bei unserer Arbeit auf Personen, eine Organisation und ein Ereignis, welche mit ihren Grenzüberschreitungen einen prägende Eindrücke vorwiegend in der deutschen Geschichte hinterließen. Wir wählten den Reformator Martin Luther, den Weihnachtsfrieden von 1914, die Widerstandsorganisation Weiße Rose und das Volk der DDR. Dieses wird verkörpert von einer ehemaligen DDR-Bürgerin.

Wir recherchierten und führten Interviews, um die Bedeutung dieser Grenzgänger zu verstehen und für alle verständlich zu machen. Interviewpartner waren unter anderem eine evangelische Pfarrerin und ein Geschichtsprofessor für den Ersten Weltkrieg. Durch die Verwendung von Bildern unterstützten wir den visuellen Eindruck. Doch Grenzgänger kann man verschieden definieren: Nach unserer Definition ist diese Person, dieses Ereignis oder diese Organisation ein wahrer Grenzgänger, wenn man für die Menschenrechte eintritt, zum Beispiel für das Recht auf Leben oder die Religionsfreiheit. Dabei kann die Art des Protests unterschiedlich sein, man unterscheidet beispielsweise zwischen einem passiven Widerstand, der sich durch gewaltlose Aktionen wie die Nichtbefolgung von Befehlen auszeichnet und einem aktiven Widerstand, der sich durch gewaltsame Aktionen auszeichnet.
Der Grenzgänger war häufig ein „Außenseiter“, der sich mit neuen Ideen und Ideologien den Respekt der breiten Masse erst verdienen musste. Ein Beispiel hierfür war Martin Luther. Manche Grenzaktionen, wie der Weihnachtsfrieden von 1914, konnten jedoch erst von späteren Generationen als moralisch wertvoll erkannt werden. Ungefährlich waren solche Aktionen aber keinesfalls, beispielsweise mussten bei der Weißen Rose viele für ihre Überzeugung mit ihrem Leben bezahlen. Manchmal musste man zum Grenzgänger werden, um sein gut verdientes Recht einzufordern, wie 1989 das Volk der Deutschen Demokratischen Republik. Unser Beitrag bezieht sich jedoch nicht nur auf den Aspekt des Grenzgängers, wir erhielten/untersuchten auch Informationen über die Lebensbedingungen mancher unserer Grenzgänger. Schlussendlich ist ein Grenzgänger die Verkörperung des Willens, der etwas verändern oder verbessern will. Dieser muss aber nicht immer erfolgreich sein und kann auch nur ein letztes Aufbäumen sein.

Natürlich gibt es deutschland- und weltweit noch viele weitere Grenzgänger, beispielsweise Mahatma Gandhi, der durch einen passiven Widerstand die Unabhängigkeit Indiens von Großbritannien erreichte. Auch zu nennen ist der Friedensnobelpreisträger des letzten Jahres, Liu Xiaobo, oder die Suffragetten, die mit ihren Protesten das Stimmrecht für Frauen in England erreichten.
Unsere Arbeit beendeten wir Anfang April. Es gruppierte sich eine kleine Vierergruppe, die in Kooperation mit Lehrern und durch die freundliche Unterstützung Bekannter und Fachexperten einen Film entwickelte, der Geschichte hoffentlich lebendig macht und die Bedeutung von Grenzgängern in unserer und der damaligen Zeit erklären kann.                                                                                  


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