Das Oderbruch - Ein dem Wasser abgerungener Lebensraum
Vor mehr als 260 Jahren hat König Friedrich II. von Preußen, auch Friedrich der Große genannt, das Oderbruch trocken legen lassen. Im Jahr seines 300. Geburtstages beschäftigten wir uns mit dem Oderbruch als Natur- und Kulturlandschaft. Wir: Das ist die AG „Geschichte“ des Humboldt-Gymnasiums Eichwalde, bestehend aus fünf Schülern der 8. Klassen.
Das Oderbruch, der wohl größte eingedeichte Flußpolder Deutschlands, liegt im Osten Brandenburgs, nicht weit von unserer Wohngegend im Südosten Berlins. Wir kennen das Oderbruch gut, einige von uns sind regelmäßig dort. In Vergangenheit und Gegenwart war und ist das Oderbruch immer wieder ein Thema in den Medien: 1997 kam es zu einem großen Sommerhochwasser und aktuell finden Demonstrationen von Bewohnern des Oderbruchs statt, die von der Landesregierung Maßnahmen zur Entwässerung fordern (siehe z.B. Märkische Allgemeine Zeitung, 12.03.2012, S. 3: „Oderbruch evakuiert“).
Wie weit und in welcher Weise darf der Mensch eine Landschaft verändern, so dass sie für ihn bewohnbar wird? Wie wurde aus der von der Oder beherrschten Landschaft „Oderbruch“ ein vom Menschen kultivierter Lebensraum? Welche Bedeutung hatten dabei die Maßnahmen Friedrichs II.? Diesen Fragen wollten wir nachgehen. Um sie zu beantworten, fuhren wir zu Filmaufnahmen in das Oderbruch. Wir besuchten mehrere Orte, an denen die Eingriffe des Menschen in die Natur besonders deutlich nachzuweisen sind. Außerdem besuchten wir das Oderlandmuseum in Bad Freienwalde. Wir verschafften uns Fachliteratur aus Bibliotheken und analysierten alte Landkarten, um die Veränderungen der Landschaft erkennen und verstehen zu können.
Aus dem Filmmaterial, das wir auf unserer Exkursion durch das Oderbruch aufgenommen haben, schnitten wir unseren Film. Zu diesem nahmen wir schließlich die kommentierenden Texte auf und fügten sie zu den Aufnahmen.
Unsere Auseinandersetzung mit dem Thema hat uns viel über das Oderbruch lernen lassen und uns die Augen für die Problematik „Mensch und Umwelt“ geöffnet. Es ist nicht leicht zu entscheiden, wer im Recht ist: das Wasser, das sich seinen „Lebensraum“ im Oderbruch nimmt, oder die Menschen, die ihren Lebensraum dem Wasser abringen. Die Lösung wird wohl immer ein Kompromiss sein.
Die Arbeit an dem Thema wurde betreut von Frau Barbara Winter und Herrn Dr. Thomas Willich. Die Exkursion unternahm mit uns Herr Groß, der Vater eines Teilnehmers.